Trägheit durch Glotzen

Ich liebe Filme. Jeden Abend schaue ich mir mindestens einen an. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich mir auch viel Schund anschaue, Filme, die ich eigentlich nicht mag.

Ich habe ein Problem

Besonders störend fand ich, als eines Tages, während ich über etwas ganz anderes nachdachte, unvermittelt Bilder aus einem solchen Film vor meinem geistigen Auge und die Erinnerung an die Stimmung, die diese Bilder in mir hervorriefen auftauchten und mich völlig aus meinem Gedankengang herausrissen. Vorher war ich in einer produktiven Stimmung und dann plötzlich eher ein bisschen verstört.

Es ärgerte mich, dass diese Bilder und diese Stimmung meinen „Arbeitsspeicher“ belegten und meine Stimmung von produktiv in unproduktiv verwandelten.

Das war ein bisschen so, als würde man aufstoßen, nachdem man Junk Food gefuttert hat, den Geschmack wieder präsent hat und sich darüber ärgert, dass man es gegessen hat. Und dabei wäre es nur um den Verdauungstrakt gegangen, bei der Sache mit dem Film ging es aber um mein aller innerstes. Das war etwas persönliches.

Ein inneres Verdauungssystem?

Einige Bücher muss man nur kosten, andere verschlingen und einige wenige durchkauen und verdauen.

Francis Bacon

Dieser Vergleich mit dem Verdauungssystem ist nicht neu und auf den zweiten Blick gar nicht so unpassend. Und vielleicht kann man diesen Vergleich ja noch weiter spinnen: So, wie man immer fetter und träger wird, je mehr Junk Food man sich einverleibt, so wird auch der innere Körper immer fetter, träger und schließlich gestörter, je mehr geistigen Junk Food man konsumiert.

Tatsächlich bemerke ich an mir schon länger eine gewisse Trägheit und Konzentrationsschwäche.

Seelische Diät

Vielleicht ist es an der Zeit, eine „Ernährungsumstellung“ in Angriff zu nehmen, indem ich weniger und „vollwertigere“ Filme schaue.


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